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BRENTEL & PARTNERS Corporate and Financial Advisory

Interim-Management im Mittelstand: Wenn Geschwindigkeit, Klarheit und Erfahrung entscheiden

  • 9. Feb.
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 13. Feb.


Der deutsche Mittelstand steht unter massivem Veränderungsdruck: Digitalisierung, Fachkräftemangel, Nachfolgefragen, steigende Kosten und volatile Märkte treffen auf oft schlanke Strukturen und begrenzte Managementkapazitäten.


Immer häufiger fällt dabei ein Begriff: Interim-Management. Doch ist das nur eine teure Übergangslösung – oder ein echter strategischer Hebel?


Warum Interim-Management für den Mittelstand immer relevanter wird


Im Gegensatz zu Großkonzernen kann sich der Mittelstand lange Vakanzen oder langwierige Transformationsprojekte „on the job“ kaum leisten. Entscheidungen müssen schnell getroffen und vor allem umgesetzt werden.


Genau hier liegt die Stärke von Interim-Managern:


  • sofort verfügbar

  • erfahren in vergleichbaren Situationen

  • operativ verantwortlich, nicht nur beratend



Die zentralen Vorteile auf einen Blick


✔ Geschwindigkeit statt Stillstand: Interim-Manager übernehmen oft innerhalb weniger Tage Verantwortung – ohne lange Einarbeitungsphasen.


✔ Praxis statt Theorie: Sie bringen erprobte Lösungsansätze aus vergleichbaren Unternehmen und Branchen mit.


✔ Klare Ergebnisorientierung: Kein langfristiges „Aussitzen“, sondern klare Ziele, KPIs und messbare Fortschritte.


✔ Entlastung der Eigentümer und Geschäftsführung: Gerade in inhabergeführten Unternehmen ein entscheidender Punkt.




Praxisbeispiel 1: CFO-Interim im produzierenden Mittelstand


Ausgangslage: Ein familiengeführtes Produktionsunternehmen (ca. 250 MA) verliert kurzfristig seinen CFO. Gleichzeitig steigen Materialkosten, die Liquidität gerät unter Druck, Banken verlangen Transparenz.


Einsatz des Interim-Managers:

  • Sofortige Übernahme der CFO-Funktion

  • Einführung eines wöchentlichen Liquiditäts- und Cashflow-Reportings

  • Neuverhandlung von Kreditlinien

  • Aufbau eines belastbaren Kosten- und Margencontrollings


Ergebnis nach 6 Monaten:

  • Stabilisierung der Liquidität

  • Wiederherstellung des Vertrauens der Finanzierungspartner

  • Strukturierte Übergabe an einen fest angestellten CFO


👉 Mehrwert: Schnelle Sicherheit in einer kritischen Phase – ohne vorschnelle Fehlbesetzung.



Praxisbeispiel 2: Interim-Management im Change- und Wachstumsszenario

Ausgangslage: Ein mittelständisches Dienstleistungsunternehmen wächst stark, Prozesse und Führungsstrukturen halten nicht Schritt. Die Geschäftsführung ist operativ überlastet.


Einsatz des Interim-Managers:

  • Temporäre Rolle als COO

  • Klarer Zuschnitt von Verantwortlichkeiten

  • Einführung standardisierter Prozesse

  • Coaching der zweiten Führungsebene


Ergebnis:

  • Deutlich verbesserte operative Stabilität

  • Skalierbare Strukturen

  • Geschäftsführung gewinnt wieder strategischen Fokus


👉 Mehrwert: Wachstum wurde nicht gebremst, sondern professionell abgesichert.



Praxisbeispiel 3: Interim Chief Restructuring Officer – Turnaround unter Zeitdruck


Ausgangslage: Ein mittelständisches Industrieunternehmen (ca. 400 Mitarbeitende) gerät durch eine Kombination aus Auftragsrückgang, gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten sowie internen Effizienzproblemen unter massiven wirtschaftlichen Druck. Die Liquiditätsreserven schrumpfen rapide, Banken fordern ein belastbares Sanierungskonzept. Die Geschäftsführung ist operativ gebunden und verliert den strategischen Überblick.


Mandat: Interim Chief Restructuring Officer (CRO)



Aufgaben & Vorgehen des CRO


1. Schnelle Lageanalyse („First 30 Days“)

  • Kurzfristige Analyse von Liquidität, Ertragslage und Kostenstruktur

  • Identifikation der wesentlichen Verlusttreiber

  • Transparente Darstellung der wirtschaftlichen Situation für Gesellschafter und Banken


2. Sofortmaßnahmen zur Liquiditätssicherung

  • Einführung eines täglichen Liquiditätsstatus

  • Stopp nicht zwingend notwendiger Investitionen

  • Optimierung des Working Capital (Forderungen, Lagerbestände, Zahlungsziele)


3. Operative Restrukturierung

  • Anpassung der Produktions- und Kapazitätsplanung

  • Überprüfung der Make-or-Buy-Entscheidungen

  • Straffung von Overhead-Strukturen

  • Einleitung von Personalmaßnahmen in enger Abstimmung mit Geschäftsführung und Arbeitnehmervertretung


4. Stakeholder-Management

  • Führung der Gespräche mit Banken, Gesellschaftern und wichtigen Kunden

  • Wiederherstellung von Vertrauen durch klare Maßnahmenpläne und Meilensteine

  • Regelmäßiges Reporting über Fortschritte und Risiken


5. Zukunftskonzept & Übergabe

  • Entwicklung eines realistischen Sanierungs- und Zukunftskonzepts

  • Definition einer Zielorganisation nach der Restrukturierung

  • Vorbereitung der Übergabe an Geschäftsführung bzw. dauerhafte Führungslösung



Ergebnisse nach 9 Monaten


  • Sicherung der Zahlungsfähigkeit ohne Insolvenzverfahren

  • Deutliche Reduktion der Fixkosten

  • Stabilisierung der operativen Performance

  • Verlängerte Kreditlinien und neue Finanzierungsvereinbarungen

  • Klare strategische Perspektive für die nächsten Jahre


👉 Mehrwert: Zeitgewinn, Handlungsfähigkeit und Struktur in einer existenzbedrohenden Situation.



Warum ein Interim-CRO hier entscheidend war

  • Unabhängige, sachliche Sicht ohne emotionale Altlasten

  • Erfahrung aus vergleichbaren Restrukturierungsfällen

  • Hohe Durchsetzungsfähigkeit bei gleichzeitig professioneller Kommunikation

  • Volle Ergebnisverantwortung statt externer Beratung



Fazit


Ein Chief Restructuring Officer ist im Mittelstand dann besonders wirkungsvoll,wenn Tempo, Klarheit und Umsetzung entscheidend sind.Nicht als „Krisenverwalter“, sondern als Unternehmer auf Zeit.



Die typischen Herausforderungen – und wie man sie löst


Natürlich ist Interim-Management kein Selbstläufer:


  • Akzeptanz im Team → klare Kommunikation von Rolle & Mandat

  • Kostenfrage → Fokus auf Wirkung, nicht auf Tagessätze

  • Nachhaltigkeit → strukturierte Übergabe & Wissenssicherung


Gut vorbereitet, überwiegt der Nutzen jedoch deutlich.



Fazit


Für den Mittelstand ist Interim-Management keine Notlösung, sondern ein strategisches Instrument, um:


  • kritische Phasen zu überbrücken

  • Transformationen zu beschleunigen

  • unternehmerische Handlungsfähigkeit zu sichern


Gerade dann, wenn Zeit, Erfahrung und Klarheit entscheidend sind.



Kontakt


Vassilios Brentel, Dipl.-Oec.

Managing Partner

 

BRENTEL & PARTNERS

Corporate and Financial Advisory

 

Kurfürstendamm 30

10719 Berlin

Germany

 

+49 160 96886755

 

 

 


 
 
 

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